Ein Geschäftsführer hat mehrere Zeitmanagementseminare besucht, kennt die Methoden und bekommt seine Woche trotzdem nicht in den Griff. Wer ihn berät oder coacht, merkt schnell: Am Wissen liegt es nicht. Wo das Thema wirklich liegt, zeigt das Modell der sieben Ebenen der Veränderung. Es lehnt sich an die „neurologischen Ebenen“ von Bateson und Dilts an und ist im System Empowering unten um die Systemgesetzebene erweitert.
Die sieben Ebenen
Jede Ebene bestimmt die darüberliegenden, nicht umgekehrt. Eine Veränderung auf einer unteren Ebene zieht die oberen mit, eine Veränderung oben bleibt oben. Deshalb arbeiten wir von unten: zuerst die Systemgesetze, dann aufwärts.
So klingen die Ebenen bei einem Coach oder Trainer, von oben nach unten:
- Umgebung: „Es ist leicht, Seminare zu machen, wenn man erstklassige Ressourcen und die Unterstützung der Abteilung hat.“
- Verhalten: „In diesem Training habe ich sehr deutlich auf das Flipchart geschrieben.“
- Fähigkeiten: „Ich kann Bedürfnisse und Wünsche der Teilnehmer sehr schnell herausfinden.“
- Überzeugungen und Werte: „Training macht Spaß, und mit Spaß ist das Lernen leichter.“
- Identität: „Ich bin ein guter Coach.“
- Vision / Sinn: „Menschlichkeit in der Welt ist mir wichtig. Durch meine Trainings bringe ich davon etwas in das Unternehmen.“
- Systemgesetze: „Ich fühle mich mit dem Unternehmen, meinen Vorfahren und der Welt verbunden und schöpfe daraus Kraft für meine Trainings.“
Beispiel Zeitmanagement
Viele Menschen sind schon mehrmals zu einem Zeitmanagementseminar gegangen. Auf den Ebenen Umgebung, Verhalten und Fähigkeiten haben sie alles Wissen und Können und haben trotzdem Schwierigkeiten, ihre Zeit einzuteilen. Ein weiteres Seminar hilft dann nicht. Sinnvoller ist es, im Coaching die Ursache dafür zu finden, weshalb sie ihr Wissen nicht einsetzen können. Das kann zum Beispiel daran liegen, dass eine Führungskraft nicht gut delegieren kann, Aufgaben lieber selbst erledigt oder ihrem Vorgesetzten gegenüber nicht Nein sagen kann.
Damit sind wir auf der Ebene der Überzeugungen und Werte: Was darf ich tun und was nicht? Wie wurde ich geprägt? Zeit haben wir normalerweise für das, was uns am Herzen liegt, was zu unserer Vision oder Berufung passt und uns sinnvoll erscheint. Wer seine Vision nicht kennt, dem fehlt eine wichtige Grundlage für das Zeitmanagement.
Ist die Systemgesetzebene verletzt, fühlt sich die Person also ausgeschlossen oder nicht genügend respektiert, wird sie demotiviert. Auch das kann zu Problemen beim Zeitmanagement führen.
Was in vielen Seminaren fehlt
Viele Seminare und Bücher konzentrieren sich auf die Umgebung: wie man den Raum gestaltet und welche Hilfsmittel wie Flipchart oder Beamer man einsetzt. Bücher zu Präsentation oder Rhetorik setzen oft nur beim Verhalten an, also bei dem, was man tun soll, um einen Inhalt zu präsentieren. Was oft fehlt, sind die tieferen Ebenen: wie Fähigkeiten eingesetzt werden und welche Überzeugungen und Werte sie stärken. Ein Training, das von einem guten Selbstwertgefühl des Trainers, einer inneren Aufgabe (Mission) und der richtigen inneren Haltung, der Zugehörigkeit, getragen ist, wirkt kraftvoll und kongruent.
Der Weg zu mehr innerer Stärke und Selbstbewusstsein führt nach unserer Erfahrung oft über die innere Aufstellung und die Kräfte der Vorfahren. Damit arbeitet die Genea-Methode.
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