Lösungsorientierung im Coaching und der Mediation: Die Kraft der Vergangenheit
Zwei Gesellschafter streiten seit Monaten, und jeder Vorschlag für eine gemeinsame Zukunft scheitert an derselben Stelle. Als Berater, Jurist, Coach oder Mediator haben Sie Interessen herausgearbeitet und Zielbilder entworfen, doch die Fronten bleiben hart. Liegt eine Systemgesetzverletzung vor, beginnt der Lösungsweg im System Empowering in der Vergangenheit, an dem Punkt, an dem es zwischen den Beteiligten noch gut war. In dieser Folge geht es um die drei Richtungen, in denen sich eine Lösung suchen lässt: Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit.
Systemgesetze sind Grundbedürfnisse und Ordnungen, die in jedem menschlichen System wirken, in der Familie ebenso wie im Unternehmen. Die ersten vier heißen Zugehörigkeit, Anerkennung, Ausgleich von Geben und Nehmen und Früher hat Vorrang vor später. Wird eines davon verletzt, sprechen wir von einer Systemgesetzverletzung, und genau dann zeigt sich der Unterschied zwischen den drei Richtungen der Lösung.
Die Bedeutung der Lösungsorientierung
Die Lösungsorientierung ist ein zentraler Ansatz in der Mediation und im Coaching. Sie zielt darauf ab, Konflikte auf konstruktive Weise zu lösen und positive Veränderungen herbeizuführen. Diese Herangehensweise kann sich auf verschiedene Zeitperspektiven beziehen: Gegenwart, Zukunft oder Vergangenheit.
Lösungsorientierung in der Gegenwart
In der klassischen Mediation wird der Konflikt normalerweise in der Gegenwart betrachtet. Dies kann jedoch kontraproduktiv sein, wenn Systemgesetzverletzungen, also starke emotionale Verletzungen, vorliegen. Die Beteiligten können ihre Gefühle und Themen unterdrücken oder es kommt zu einer Eskalation, die die Mediation scheitern lässt. In solchen Fällen werden oft keine Lösungen in der Gegenwart gefunden, da die tieferen Wurzeln des Konflikts unberührt bleiben.
Lösungsorientierung in die Zukunft
Eine alternative Herangehensweise besteht darin, Lösungen zu finden, indem man lösungsorientiert in die Zukunft schaut. Dies erfordert eine Vorstellungskraft und die Fähigkeit, sich eine Zeit vorzustellen, in der das Problem gelöst ist. Diese Perspektive kann neue Ideen und Ansätze für die Lösung des Konflikts bieten. Allerdings funktioniert dies nicht immer, insbesondere wenn tiefe emotionale Verletzungen vorhanden sind.
Lösungsorientierung in die Vergangenheit
In Fällen von Systemgesetzverletzungen kann die Lösungsorientierung in die Vergangenheit oft effektiver sein. Dies erfordert, den Zeitpunkt zu finden, an dem es noch keine Konflikte gab und die Beziehung intakt war. Von diesem Punkt aus können die Beteiligten unter bestimmten Voraussetzungen die tief verwurzelten Systemgesetzverletzungen auflösen. Dies bildet die Basis für die Suche nach einer Lösung in der Gegenwart. Es ist wichtig zu betonen, dass dies nicht bedeutet, in Gedanken in die vergangene problematische Situation zurückzukehren, sondern einen Schritt davor zu gehen, als alles noch in Ordnung war.
Fazit
Für Sie als Berater, Jurist, Coach oder Mediator heißt das: Wenn ein Konflikt zwischen Unternehmern trotz guter Vorschläge nicht vorankommt, lohnt die Frage, ob eine Systemgesetzverletzung dahinterliegt. In der Konfliktlösung mit System Empowering gehen wir dann nicht vom heutigen Streit zur künftigen Lösung, sondern zurück zu dem Zeitpunkt, an dem es noch gut war, und lösen von dort aus die Verletzungen auf. Erst danach werden Vereinbarungen auf der Sachebene gestaltet, und nach unserer Erfahrung tragen sie dann auch.
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