System Empowering: die Methode im Überblick
Die Verträge sind fertig, die Bewertung steht, die Rollen sind verteilt, und trotzdem kommt die Nachfolge nicht voran. Zwei Gesellschafter einigen sich, und beim nächsten Streitpunkt ist alles wieder da. Wer Unternehmer berät, kennt solche Mandate. System Empowering setzt dort an, wo die Ursache meist liegt: im Fundament.
Was System Empowering ist
Dr. Dieter Bischop hat System Empowering in über 28 Jahren Praxis aus mehr als 2.000 Fällen entwickelt. Grundlage sind die zehn Systemgesetze. Die Methode verbindet Elemente aus NLP, Gewaltfreier Kommunikation, Business-Coaching, Aufstellungsarbeit und klassischer Mediation und ergänzt sie um die Systemgesetzebene. Viele Ansätze arbeiten am Verhalten oder an der Sachlösung. System Empowering setzt früher an, bei der emotionalen und systemischen Ursache.
Das Fundament: die Systemgesetzebene
Das Kommunikationsmodell Bischop erweitert das Eisbergmodell mit Sach- und Beziehungsebene um eine dritte Ebene darunter, die Systemgesetzebene. Man kann es sich als Haus vorstellen: Im Dach liegen Zahlen, Verträge und Zuständigkeiten, im Stockwerk darunter der Umgang miteinander, im Fundament die Grundbedürfnisse jedes menschlichen Systems, etwa Zugehörigkeit, Anerkennung und der Ausgleich von Geben und Nehmen.
Werden diese Grundbedürfnisse verletzt, wirkt das nach oben: Die Beziehung leidet, und auf der Sachebene zeigen sich unlösbare Konflikte mit verhärteten Positionen. Die Ursache für Konflikte liegt nach unserer Erfahrung in den meisten Fällen, die wir sehen, im Fundament. Deshalb wird im System Empowering zuerst die Systemgesetzebene geklärt und danach die Sachebene gestaltet.
Basisgefühle und Denkgefühle
Wird ein Systemgesetz verletzt, entstehen sofort Basisgefühle wie Leid, Angst, Trauer und Wut, schneller als das Denken. Danach deutet das Denken das Geschehene, und daraus entstehen Denkgefühle. Denkgefühle lassen sich durch anderes Denken verändern, Basisgefühle nicht. Hier liegt nach unserer Erfahrung die Grenze rein kognitiver Methoden: Ein gutes Gespräch beruhigt das Denken, die Basisgefühle bleiben, bis die Verletzung aufgelöst ist.
Die drei Bausteine
- PowerCode: das Verfahren, mit dem Verletzungen der Systemgesetze aufgelöst werden. Die Beteiligten gehen innerlich zu dem Zeitpunkt zurück, an dem es zwischen ihnen noch gut war, und lösen von dort die erste Verletzung und alle weiteren auf.
- Genea-Methode: der PowerCode, angewendet auf die Vorfahren. Sie wird eingesetzt, wenn jemand nicht genug Kraft hat, um seine eigenen Verletzungen zu klären.
- Empowering: die Neuprägung danach. Das Neue wird in die Lebensgeschichte eingebunden, damit es im Alltag stabil bleibt.
Eine feste Reihenfolge gibt es nicht. PowerCode und Genea-Methode können sich abwechseln, das Empowering folgt auf jeden ausreichend geklärten Abschnitt. Vor wesentlichen Veränderungen hilft zusätzlich der SystemCheck mit seiner ersten Frage: „Was ist gut an dem, was wir jetzt haben?“
Lösungsorientiert statt aufdeckend
System Empowering beginnt zeitlich dort, wo es noch gut war und alle Ressourcen da waren. Von dort aus werden die Verletzungen der Reihe nach aufgelöst. Leid, das einmal erlebt wurde, muss dabei nicht noch einmal durchlebt werden. Positionen, Interessen und Lösungsvorschläge kommen erst danach, wenn die Sachebene gestaltet wird. Der Ablauf in einem Satz: Gegenwart erkennen, zurück vor die erste Verletzung, Verletzungen auflösen, Gegenwart gestalten.
Wo System Empowering wirkt
- Konflikte zwischen Gesellschaftern, im Team und in Unternehmerfamilien: Konfliktlösung mit System Empowering
- Unternehmensnachfolge, wenn die Übergabe sachlich geregelt ist und trotzdem stockt
- Führung, wenn Delegation, Feedback oder Entscheidungen immer wieder scheitern: Führungsprobleme beim Mandanten
- Unternehmerpaare, wenn Ehe und Unternehmen sich gegenseitig belasten
Was System Empowering nicht ist
- Keine Aufstellungsarbeit. System Empowering nutzt Elemente der Aufstellungsarbeit, ist aber ein eigenständiger Ansatz mit eigenem Regelwerk. Wir arbeiten mit der inneren Aufstellung, ohne Stellvertreter.
- Kein Kompromiss. Ziel ist nicht der Ausgleich von Positionen, sondern die Auflösung der emotionalen Ursachen. Erst dann tragen Sachvereinbarungen.
- Keine Spielart einer einzelnen Methode. NLP, GFK und Mediation sind eingeflossen, die Systemgesetzebene ist die eigene Weiterentwicklung. Vergleiche stehen in den Beiträgen zu GFK und NLP.
Für Ihr Mandat
Sie müssen System Empowering nicht selbst beherrschen, um es für Ihre Mandanten zu nutzen. Typische Signale: Eine Einigung hält nur bis zum nächsten Anlass. Eine sachlich fertige Lösung wird nicht umgesetzt. Eine Person oder ein Thema löst unverhältnismäßig starke Reaktionen aus. Dann können Sie uns im Mandat hinzuziehen. Wir klären die Systemgesetzebene, Sie bleiben in Ihrer Rolle und gestalten danach mit Ihrem Mandanten die Sachebene.
System Empowering lernen
In der System Empowerer Fortbildung lernen Sie die Methode in 15 Modulen in Hamburg: von den Systemgesetzen (Modul 1) über den PowerCode im Konflikt Coaching (Modul 2), das Empowering (Modul 4) und die Genea-Methode (Modul 5) bis zur Unternehmensnachfolge (Modul 13) und zu Recht & Mediation (Modul 14). Die Termine stehen auf der Startseite.