Sie sind Jurist oder Berater und wollen die Bezeichnung „zertifizierter Mediator“ führen, oder Sie arbeiten schon als Mediator und merken, dass Sie bei verfahrenen Konflikten mit dem Standardverfahren nicht weiterkommen. Dann stellt sich die Frage, was eine Ausbildung kostet und was Sie dafür bekommen. Die Preise reichen von unter 2.000 Euro für kompakte Grundkurse bis 20.000 Euro und mehr für Fortbildungen, die Mediation mit Coaching und systemischer Arbeit verbinden.

Dieser Artikel gibt Ihnen einen transparenten Überblick über die Kostenstrukturen, zeigt, wovon die Preisunterschiede abhängen, welche Inhalte eine gute Mediationsausbildung haben sollte und warum die Frage "Was kostet es?" weniger wichtig ist als die Frage "Was kann ich danach?"

Inhalt

Kosten im Überblick: Was Mediationsausbildungen kosten

Die folgende Übersicht zeigt typische Preisspannen für verschiedene Ausbildungsformate im deutschsprachigen Raum:

Kompakte Grundausbildung (mindestens 130 Stunden): 1.750 bis 4.500 Euro. Erfüllt die gesetzlichen Mindestanforderungen an den Lehrgang (ohne die fünf supervidierten Mediationen) für die Bezeichnung "Zertifizierter Mediator". Typische Anbieter: Hochschulen, regionale Mediationsvereine, kompakte Lehrgänge privater Institute.

Erweiterte Ausbildung (200 bis 300 Stunden): 4.000 bis 8.000 Euro. Erfüllt zusätzlich die Anforderungen der großen Bundesverbände (BM, BAFM, BMWA) für eine Verbandszertifizierung. Mehr Praxis, Supervision und Vertiefung in Spezialgebieten.

Integrierte Fortbildung aus Coaching und Mediation: 8.000 bis 20.000 Euro. Verbindet Mediation mit Coaching, systemischer Arbeit und oft auch Führungskompetenz. Deutlich umfangreicher, mit individuellem Coaching, hohem Praxisanteil und persönlicher Entwicklung.

Masterstudiengang Mediation: 5.000 bis 9.000 Euro (je nach Hochschule), dafür akademischer Abschluss. Wissenschaftlich fundiert, aber oft theorielastiger als Praxisausbildungen.

Die Preise sind Nettopreise. Viele Mediationsausbildungen sind nach § 4 Nr. 21 UStG von der Umsatzsteuer befreit. Bei anderen Anbietern kommt die MwSt. hinzu.

Wovon die Preisunterschiede abhängen

Die Preisspanne von 1.750 bis über 20.000 Euro erklärt sich durch eine Reihe von Faktoren:

Stundenumfang. Eine 130-Stunden-Ausbildung kostet naturgemäß weniger als eine 300-Stunden-Ausbildung. Aber: Mehr Stunden allein sagen nichts über die Qualität. Entscheidend ist, was in diesen Stunden passiert.

Gruppengröße und Betreuungsintensität. Ausbildungen mit kleinen Gruppen (8 bis 12 Teilnehmer) und hoher Betreuung durch mehrere Dozenten kosten mehr als Großgruppen-Formate mit 25+ Teilnehmern. In der Mediation ist das besonders relevant, weil praktische Übungen in kleinen Gruppen stattfinden müssen.

Individuelles Coaching. Manche Ausbildungen enthalten individuelle Coaching-Stunden mit den Ausbildern. Das erhöht den Preis, aber auch den Nutzen erheblich, weil Sie persönliches Feedback und Begleitung bei eigenen Themen erhalten.

Praxisanteil. Ausbildungen mit hohem Praxisanteil (Live-Mediationen, Supervision realer Fälle, Videofeedback) kosten mehr als theorielastige Formate. Aber sie bereiten Sie besser auf die reale Arbeit vor.

Zusatzqualifikationen. Integrierte Ausbildungen, die neben Mediation auch Coaching, NLP oder systemische Arbeit vermitteln, kosten mehr, liefern aber ein breiteres Kompetenzspektrum.

Standort und Tagungskosten. Ausbildungen in teuren Innenstadtlagen mit Verpflegung kosten mehr als Online-Formate oder Ausbildungen in Randlagen. Online-Ausbildungen sind günstiger, bieten aber weniger Möglichkeit für leibhaftige Übungen und Beziehungsarbeit.

Was das Mediationsgesetz vorschreibt

Diese Vorgaben gelten für die Mediation nach dem Mediationsgesetz und für die Bezeichnung „zertifizierter Mediator“. Unsere eigene Arbeit mit Konfliktparteien heißt Konfliktlösung mit System Empowering. Die Bezeichnung „Zertifizierter Mediator“ ist durch § 5 Abs. 2 des Mediationsgesetzes geschützt; führen kann man sie seit dem 1. September 2017, als die ZMediatAusbV in Kraft trat. Die ZMediatAusbV (Verordnung über die Aus- und Fortbildung von zertifizierten Mediatoren) legt fest:

Mindestumfang: 130 Präsenzzeitstunden Lehrgang, davon höchstens 40 Prozent online (Fassung seit 1. März 2024, zuvor 120 Stunden).

Pflichtinhalte: Einführung und Grundlagen; Ablauf und Rahmenbedingungen (einschließlich Online-Mediation und Digitalkompetenz); Verhandlungstechniken; Kommunikationstechniken; Konfliktkompetenz; Recht der Mediation; Recht in der Mediation; persönliche Kompetenz, Haltung und Rollenverständnis. Hinzu kommen Rollenspiele.

Praxisanforderungen: Spätestens drei Jahre nach dem Lehrgang müssen Sie fünf supervidierte Mediationen nachweisen, die Sie als Mediator oder Co-Mediator geführt haben.

Fortbildungspflicht: Ab Ausstellung der Bescheinigung alle vier Jahre 40 Stunden Fortbildung. Das ist eine laufende Pflicht, keine Voraussetzung für die Bezeichnung.

Diese Anforderungen sind das Minimum. Viele Verbände (BM, BAFM, BMWA) setzen für eine Verbandszertifizierung höhere Standards an, in der Regel 200+ Stunden.

Welche Inhalte eine gute Mediationsausbildung haben muss

Über die gesetzlichen Pflichtinhalte hinaus sollte eine gute Mediationsausbildung folgende Bereiche abdecken:

Konflikttheorie und Eskalationsdynamik. Nicht nur die Phasen der Mediation, sondern ein tieferes Verständnis dafür, wie Konflikte entstehen, eskalieren und chronisch werden.

Gesprächsführung und Kommunikation. Aktives Zuhören, systemische Fragen, Gewaltfreie Kommunikation, Umgang mit Emotionen im Mediationsprozess.

Praktische Mediationskompetenz. Rollenspiele mit steigendem Schwierigkeitsgrad, Videofeedback, Supervision. Je mehr Sie üben, desto sicherer werden Sie in realen Situationen.

Selbstreflexion und persönliche Entwicklung. Ein Mediator, der seine eigenen Konflikte und Trigger nicht kennt, wird in emotional aufgeladenen Situationen mitgerissen statt zu führen.

Rechtliche Grundlagen. Mediationsgesetz, Mediatorvertrag, Verschwiegenheit, Abgrenzung zur Rechtsberatung, Haftung.

Spezialisierungsmöglichkeiten. Wirtschaftsmediation, Familienmediation, Teammediation, Erbmediation: Je nach Zielgruppe brauchen Sie spezifische Kenntnisse.

Wo eine reine Mediationsausbildung an Grenzen stößt

In der Praxis erleben Mediatoren regelmäßig Situationen, für die eine reine Mediationsausbildung sie nicht vorbereitet hat.

Wenn eine Partei nicht verhandlungsfähig ist. Klassische Mediation setzt voraus, dass beide Parteien in der Lage sind, ihre Interessen zu artikulieren und Kompromisse einzugehen. Was aber, wenn eine Partei so verletzt ist, so blockiert, so emotional überwältigt, dass sie das nicht kann? Dann braucht es zunächst ein Einzelcoaching, um die innere Blockade zu lösen, bevor die Mediation fortgesetzt werden kann.

Wenn die Ursache tiefer liegt als der aktuelle Konflikt. Mediation arbeitet in der Regel mit den aktuellen Interessen und Bedürfnissen der Beteiligten. Aber was, wenn der aktuelle Konflikt nur das Symptom einer viel älteren Verletzung ist? Einer verletzten Anerkennung, die Jahre zurückliegt? Eines transgenerationalen Musters, das die Beteiligten unbewusst wiederholen? Nach unserer Erfahrung braucht es dafür die Arbeit mit Systemgesetzen, die in einer reinen Mediationsausbildung nicht vermittelt wird.

Wenn aus der Mediation ein Coaching wird. Manchmal klären sich die Themen zwischen den Parteien, aber einer der Beteiligten merkt, dass er noch ein eigenes Thema hat, eine Angst, eine Entscheidungsschwierigkeit, eine Lebenskrise. Wenn Sie nur mediieren können, müssen Sie ihn an einen Coach verweisen. Wenn Sie auch coachen können, bleiben Sie im Prozess.

Das ist der Grund, warum wir am Hanseatischen Institut Coaching und Mediation nicht getrennt lehren. Wie Coaching in einer laufenden Mediation fehlende Voraussetzungen herstellt, zeigen wir im Artikel Coaching in der Konfliktlösung mit System Empowering. Einen Überblick über verschiedene Ansätze gibt unser Vergleich verschiedener Coaching-Ansätze.

Fördermöglichkeiten

Mediationsausbildungen können auf verschiedene Weise gefördert werden:

Arbeitgeberförderung: Viele Unternehmen bezuschussen Weiterbildungen ihrer Mitarbeiter, insbesondere wenn die erworbenen Kompetenzen im Unternehmenskontext anwendbar sind (Teammediation, Führungskompetenz, Konfliktklärung).

Steuerliche Absetzbarkeit: Die Kosten einer Mediationsausbildung sind in der Regel als Werbungskosten (Arbeitnehmer) oder Betriebsausgaben (Selbständige) steuerlich absetzbar.

Unsere Fortbildung im Kontext

Die System Empowerer Fortbildung am Hanseatischen Institut liegt mit 20.000 Euro netto (23.800 Euro brutto) im oberen Segment. Enthalten sind 15 Module mit 240 Stunden über rund 18 Monate in Präsenz in Hamburg, 15 individuelle Coachingstunden und das Modul „Recht & Mediation“ für den zertifizierten Mediator nach ZMediatAusbV. Die Gruppen haben 6 bis 10 Teilnehmende. Die Supervision der fünf Mediationen ist nicht im Preis enthalten. Bei unseren drei Ausbildern kostet sie 350 € netto pro Stunde, Sie können sie aber auch bei einem Supervisor außerhalb des Instituts machen. Der Preis hat Gründe:

Sie lernen nicht nur Mediation. Sie lernen Coaching und Mediation als integriertes Ganzes. Sie arbeiten mit System Empowering, einer Methode, die über die klassische Mediation hinausgeht und die Ursachen von Konflikten auf der Ebene der Systemgesetze auflöst. Sie erhalten individuelle Coaching-Stunden, in denen Sie eigene Themen bearbeiten. Und Sie werden nicht nur fachlich ausgebildet, sondern persönlich entwickelt.

Ob das Preis-Leistungs-Verhältnis für Sie stimmt, hängt davon ab, was Sie mit der Ausbildung tun wollen. Wenn Sie nur die Bezeichnung "Zertifizierter Mediator" brauchen, finden Sie günstigere Angebote. Wenn Sie in der Praxis mit komplexen Konfliktsituationen arbeiten wollen, in Familienunternehmen, bei Unternehmensnachfolgen, in Teams und Organisationen, dann brauchen Sie ein breiteres Fundament.

Sind Sie bereits zertifizierte Mediatorin oder zertifizierter Mediator, besuchen Sie den vollständigen Lehrgang mit. Ihre Mediationsausbildung wird nicht angerechnet, weil die Module aufeinander aufbauen und Ihre eigene Entwicklung in der Gruppe dazugehört. Die Stunden der Fortbildung zählen dafür als Fortbildung nach § 3 ZMediatAusbV, also für Ihre 40 Stunden in vier Jahren. Neu ist für Sie vor allem die Arbeit an der Ursache von Konflikten, die trotz guter Mediation wiederkehren, und das Coaching der Konfliktparteien in der Mediation.

Einen vollständigen Überblick über Aufbau, Module und Termine finden Sie auf unserer Fortbildungsseite. Speziell zur Bezeichnung „zertifizierter Mediator“: Ausbildung Zertifizierter Mediator.

Fazit: Investieren Sie nicht in den günstigsten Preis, sondern in die größte Wirksamkeit

Der Preis einer Mediationsausbildung sagt wenig darüber, ob Sie danach in schwierigen Mandaten weiterkommen. Für die Bezeichnung reichen ein Lehrgang nach ZMediatAusbV und die fünf supervidierten Mediationen. Wer als Jurist, Berater oder Mediator mit Gesellschaftern, Familienunternehmen oder Nachfolgern arbeitet, trifft nach unserer Erfahrung aber auf Konflikte, in denen eine Seite zu verletzt ist, um zu verhandeln, oder in denen eine alte Verletzung von Zugehörigkeit oder Anerkennung weiterwirkt. Diese Grundbedürfnisse nennen wir Systemgesetze, und an ihnen setzt die System Empowerer Fortbildung an.

Vergleichen Sie deshalb nicht nur Preise und Stunden. Fragen Sie sich, was Sie nach der Ausbildung in einem festgefahrenen Mandat tun können.

Häufige Fragen zu Kosten und Inhalten der Mediationsausbildung

Was kostet eine Mediationsausbildung?

Von 1.750 Euro (Grundausbildung mit mindestens 130 Stunden) bis 20.000 Euro netto für integrierte Fortbildungen aus Coaching und Mediation wie unsere System Empowerer Fortbildung. Durchschnitt für Zertifizierten Mediator: 2.500 bis 5.000 Euro.

Wie viele Stunden brauche ich für die Bezeichnung „zertifizierter Mediator“?

Mindestens 130 Präsenzzeitstunden nach ZMediatAusbV, plus fünf supervidierte Mediationen innerhalb von drei Jahren nach dem Lehrgang. Verbände setzen 200+ Stunden an.

Gibt es Fördermöglichkeiten?

Möglich sind eine Förderung durch den Arbeitgeber und die steuerliche Absetzbarkeit.

Lohnt sich eine teurere Ausbildung?

Wenn Sie nur die Bezeichnung brauchen: nicht unbedingt. Wenn Sie als Jurist, Berater oder Mediator Mandate mit festgefahrenen Konflikten begleiten: ja. Sie erkennen, wo eine reine Mediation stecken bleibt, und können als System Empowerer dort ansetzen. Wo Sie selbst eine Partei vertreten, ziehen Sie für die Klärung einen Kollegen aus einer anderen Kanzlei oder uns hinzu.

Mediationsausbildung oder System Empowerer Fortbildung?

Mediation allein: Konfliktklärung zwischen Parteien. System Empowerer Fortbildung: zusätzlich Einzelcoaching und die Arbeit mit den Systemgesetzen. Nach unserer Erfahrung ergänzen sich beide in der Praxis, weil fast jede Mediation irgendwann Einzelarbeit erfordert.

Kann ich die Kosten steuerlich absetzen?

Ja. Als Werbungskosten (Arbeitnehmer) oder Betriebsausgaben (Selbständige). Auch Fahrtkosten, Übernachtungen und Lehrmaterial sind absetzbar.

Quellen: Mediationsgesetz (MediationsG), ZMediatAusbV; Karrierebibel, Mediator Ausbildung; mediation.de, Ausbildungsübersicht; Stiftung Warentest, Coaching-Lehrgänge.

KOSTEN & INFORMATIONEN

Kosten

    Kosten: 20.000,00 € inklusive 15 Stunden Coaching im Wert von 5.250,00 Euro zzgl. gültiger MwSt. = 23.800,00 € brutto.

    Zahlung pro Modul möglich.

    In unserem Podcast reden wir über die häufigst gestellten Fragen zu unserer Fortbildung!

    In dieser Folge erfahren Sie alles darüber, was die System Empowerer Fortbildung so besonders macht.

    Sie begleiten Unternehmer und kommen bei einem Mandat an eine Grenze? In der System Empowerer Fortbildung lernen Sie, die Ursache im Fundament zu erkennen und aufzulösen. Der nächste Durchgang startet am 28. Januar 2027.

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