Der Übergabevertrag ist ausverhandelt, die Bewertung steht, und trotzdem unterschreibt der Senior nicht. Sie begleiten seit vielen Jahren Unternehmer als Berater, Jurist, Steuerberater, Coach oder Mediator und merken: Mit weiteren Sachargumenten kommen Sie hier nicht weiter, weil das Problem nicht im Vertrag liegt. Für solche Momente können Sie Coaching und Mediation in Ihre Arbeit holen, ohne den Beruf zu wechseln.
Dieser Artikel gibt Ihnen den sachlichen Überblick, den Sie für Ihre Entscheidung brauchen: was Coaches und Mediatoren tun, warum beides zusammengehört, welche Wege zur Qualifikation führen, was der Markt zahlt und wie Sie die neue Kompetenz in Ihre bestehende Praxis integrieren.
Wer bei uns Coaching und Mediation verbunden lernt, wird System Empowerer. Früher hieß die Ausbildung bei uns CoachMediator oder Coach Mediator, gemeint ist dieselbe Fortbildung.
Inhalt
- Was macht ein Coach?
- Warum Coaching und Mediation zusammengehören
- Welche Voraussetzungen brauchen Sie?
- Ausbildungswege im Überblick
- Coaching und Mediation in Ihre Praxis integrieren
- Die persönliche Seite: mehr als eine Zusatzqualifikation
- Fazit
- Häufige Fragen
Was macht ein Coach?
Ein Coach begleitet Menschen in Veränderungs-, Entscheidungs- und Entwicklungsprozessen. Er gibt keine Ratschläge, sondern hilft dem Klienten, eigene Lösungen zu finden. Die Arbeit basiert auf Fragen, Perspektivwechseln, der Aktivierung von Ressourcen und der Klärung von Zielen.
Typische Einsatzfelder: Führungskräfteentwicklung, Entscheidungsfindung, Teamdynamik, Unternehmercoaching.
Coach ist in Deutschland kein geschützter Beruf. Es gibt keine gesetzliche Ausbildungsvorschrift. Umso wichtiger ist eine fundierte Ausbildung, die nicht nur Methoden vermittelt, sondern auch die persönliche Reife fördert, die für die Arbeit mit Menschen notwendig ist.
Laut der RAUEN Coaching-Marktanalyse 2024 sind rund 56 Prozent der Coaches solo-selbständig. Die Zahl der Beschäftigten im Bereich Coaching und Supervision ist seit 2012 um 76 Prozent gestiegen. Die Nachfrage wächst, weil Unternehmen zunehmend erkennen, dass Führungsentwicklung, Konfliktklärung und Veränderungsbegleitung professionelle Unterstützung brauchen.
Warum Coaching und Mediation zusammengehören
In der Praxis lassen sich Coaching und Mediation nicht sauber trennen. Das erleben wir am Hanseatischen Institut seit über 28 Jahren in über 2.000 begleiteten Fällen.
Typische Situation 1: Sie beraten oder coachen einen Unternehmer, der unter Druck steht. Im Gespräch wird klar, dass der Druck nicht von ihm selbst kommt, sondern aus einem ungelösten Konflikt mit seinem Geschäftspartner. Coaching allein kann das sichtbar machen, aber nicht lösen. Es braucht eine Mediation, also ein strukturiertes Klärungsgespräch mit beiden Beteiligten.
Typische Situation 2: Sie mediieren einen Konflikt zwischen zwei Geschwistern in einem Familienunternehmen. Im Prozess wird deutlich, dass einer der beiden eine persönliche Blockade hat, eine alte Verletzung, die ihn daran hindert, auf den anderen zuzugehen. Die Mediation kann nicht weitergehen, solange diese innere Blockade nicht gelöst ist. Es braucht ein Einzelcoaching, bevor die Mediation fortgesetzt werden kann.
Wer nur coachen kann, muss in der ersten Situation an einen Mediator verweisen. Wer nur mediieren kann, muss in der zweiten Situation an einen Coach verweisen. Wer als Berater oder Jurist keines von beiden gelernt hat, muss in beiden Situationen an andere verweisen. Jedes Mal geht der Prozess verloren, das Vertrauen wird unterbrochen und die Beteiligten müssen sich auf einen neuen Begleiter einstellen.
Wer beides kann, bleibt im Prozess. Er wechselt nahtlos zwischen Coaching und Mediation, je nachdem, was die Situation erfordert. Das ist der Grund, warum wir am Hanseatischen Institut Coaching und Mediation von Anfang an zusammen lehren.
Welche Voraussetzungen brauchen Sie?
Formal gibt es keine einheitlichen Zugangsvoraussetzungen. Manche Institute fordern ein abgeschlossenes Studium oder eine bestimmte Berufserfahrung, andere sind offen für alle Hintergründe. Die System Empowerer Fortbildung setzt mindestens zehn Jahre Berufserfahrung und die Arbeit mit Unternehmen und Unternehmern voraus. Sie richtet sich an Berater, Juristen, Steuerberater, Coaches und Mediatoren und ist keine Grundausbildung für den Berufseinstieg.
Daneben zählen nach unserer Erfahrung vor allem persönliche Voraussetzungen:
Bereitschaft zur Selbstreflexion. Wer andere begleiten will, muss bereit sein, sich selbst zu betrachten. Eigene Muster, Ängste, Konflikte und Prägungen zu erkennen und zu bearbeiten ist nicht eine Begleiterscheinung der Ausbildung, sondern ihr Kern.
Echtes Interesse an Menschen. Nicht an Methoden, nicht an Zertifikaten, sondern an dem, was Menschen bewegt, blockiert und antreibt.
Emotionale Stabilität. In der Arbeit mit Konflikten, Krisen und emotional aufgeladenen Situationen brauchen Sie die Fähigkeit, ruhig zu bleiben, Raum zu halten und sich nicht von den Emotionen Ihrer Klienten mitreißen zu lassen.
Offenheit für eigene Veränderung. Eine gute Ausbildung verändert Sie. Nicht nur beruflich, sondern persönlich. Wenn Sie dafür bereit sind, werden Sie die Ausbildung als einen der wertvollsten Prozesse Ihres Lebens erleben.
Ausbildungswege im Überblick
Es gibt verschiedene Wege, Coach und Mediator zu werden. Die Wahl hängt von Ihrem Ziel, Ihrem zeitlichen Rahmen und Ihrem Budget ab.
Getrennte Ausbildungen: Sie machen zuerst eine Coaching-Ausbildung und anschließend eine Mediationsausbildung (oder umgekehrt). Der Vorteil: Sie können Institute und Schwerpunkte frei kombinieren. Der Nachteil: Zwei getrennte Ausbildungen kosten mehr Zeit und Geld, und die Integration der beiden Kompetenzen müssen Sie selbst leisten.
Kombinierte Ausbildung: Sie wählen eine Ausbildung, die Coaching und Mediation von Anfang an verbindet. Der Vorteil: Sie lernen beides im Zusammenhang und können in der Praxis nahtlos zwischen beiden Formaten wechseln. Der Nachteil: Es gibt weniger Anbieter, die das in fundierter Qualität anbieten.
Unsere Fortbildung: Die System Empowerer Fortbildung am Hanseatischen Institut ist eine kombinierte Fortbildung, die Coaching, Mediation, NLP und die Arbeit mit Systemgesetzen in einem integrativen Ansatz verbindet. Sie umfasst 240 Stunden in 15 Modulen über rund 18 Monate, jeweils donnerstags und freitags (Modul 8 und 15 freitags und samstags) in Hamburg, und erfüllt die Anforderungen der ZMediatAusbV an den Ausbildungslehrgang. In unserem Vergleichsartikel zu Coaching-Ausbildungen ordnen wir die verschiedenen Ansätze inhaltlich ein. Einen detaillierten Überblick über Inhalte, Module und Investition finden Sie auf unserer Fortbildungsseite.
Coaching und Mediation in Ihre Praxis integrieren
Als Profi mit langjähriger Erfahrung müssen Sie für Coaching und Mediation keine neue Existenz aufbauen. Ihre Mandanten und Ihr Netzwerk sind schon da. Die Frage ist, an welcher Stelle die neue Kompetenz in Ihre Arbeit passt.
Drei Formen bieten sich an, und sie schließen einander nicht aus:
Im eigenen Mandat. Sie beginnen die Fortbildung berufsbegleitend und wenden das Gelernte schon währenddessen dort an, wo Sie ohnehin arbeiten, etwa im Gespräch mit dem Unternehmer oder in der Nachfolgeverhandlung. Sie erkennen früher, wann ein Problem nicht auf der Sachebene liegt, und können den Unternehmer selbst coachen, statt nur die Sachfragen weiter zu verhandeln.
In Kooperation. Wo Sie in einer Sache bereits für eine Partei tätig waren, dürfen Sie dort nicht als Mediator arbeiten (§ 3 Abs. 2 MediationsG). Dann übernimmt eine Mediatorin oder ein Mediator außerhalb Ihrer Kanzlei die Mediation, und Sie bleiben im Sachmandat. Das gilt für jede Mediation im Sinne des Gesetzes, gleich wie die Methode heißt. Für Kolleginnen und Kollegen derselben Kanzlei gilt dasselbe, es sei denn, die Parteien sind nach umfassender Information einverstanden (§ 3 Abs. 3 und 4 MediationsG). Ihr Berufsrecht, etwa das Verbot, widerstreitende Interessen zu vertreten, gilt unabhängig davon. Umgekehrt übernehmen Sie die Mediation, wenn das Mandat eines Kollegen an einem Konflikt hängt. So bleibt der Unternehmer bei Menschen, denen er vertraut.
Als zusätzliches Angebot. Coaching und Mediation werden ein eigener Bereich Ihrer Praxis, mit eigener Auftragsklärung und eigenem Honorar. Wenn Sie die Bezeichnung „zertifizierte Mediatorin“ oder „zertifizierter Mediator“ führen wollen, kommen nach dem Lehrgang die fünf supervidierten Mediationen hinzu.
In unserem Artikel System Empowering im Beruf zeigen wir, wie Berater, Juristen, Coaches und Mediatoren als System Empowerer arbeiten.
Die persönliche Seite: mehr als eine Zusatzqualifikation
Viele Profis, die zu uns in die Fortbildung kommen, tun das nicht primär wegen eines zusätzlichen Honorars. Sie kommen, weil sie etwas in sich spüren: den Wunsch, Unternehmern auf eine Art zu helfen, die wirklich etwas verändert. Den Wunsch, nicht nur an der Oberfläche zu arbeiten, sondern an den Dingen, die darunter liegen.
Viele von ihnen sind in ihrem Beruf erfolgreich und wollen ihn behalten, vermissen darin aber die menschliche Tiefe. Juristen, die nicht mehr nur Verträge verhandeln wollen, oder Steuer- und Unternehmensberater, die erleben, dass eine Nachfolge an etwas anderem hängt als an den Zahlen. Auch Coaches und Mediatoren kommen, weil sie einen Ansatz suchen, der unter die Sach- und Beziehungsebene reicht.
In unseren Erfahrungsberichten erzählen Absolventen, wie die Fortbildung ihre Arbeit in Beratung, Organisationsentwicklung und Mediation verändert hat.
Ob Coaching und Mediation für Sie ein Werkzeug im Mandat bleiben oder ein eigener Schwerpunkt Ihrer Praxis werden, lässt sich vorab nicht entscheiden. Eine Fortbildung, die nicht nur Methoden vermittelt, sondern Sie als Mensch entwickelt, gibt Ihnen die Grundlage für beides.
Fazit: Zwei Kompetenzen für Ihre bestehende Praxis
Coach und Mediator zu werden heißt für Profis nicht, den Beruf zu wechseln. Sie erweitern Ihre Arbeit um zwei Kompetenzen, die zusammengehören und Sie im Mandat auch dann handlungsfähig machen, wenn der Konflikt nicht auf der Sachebene liegt: im Coaching mit dem Unternehmer und in der Klärung zwischen Gesellschaftern, Geschwistern oder Generationen.
Mehr zur Fortbildung: Live-Webinar zur System Empowerer Fortbildung, Fortbildungsseite.
Einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Coaching-Ansätze finden Sie in unserem Coaching Ausbildung Vergleich. Was systemisches Coaching von System Empowering unterscheidet, erklären wir im Artikel Systemische Coaching Ausbildung.
Häufige Fragen zum Berufsbild Coach und Mediator
Ist Coach ein anerkannter Beruf?
Nicht geschützt, keine gesetzliche Ausbildungsvorschrift. Die Qualitätssicherung erfolgt über Verbandszertifizierungen. Eine fundierte Ausbildung ist für die professionelle Arbeit unverzichtbar.
Wie werde ich zertifizierte Mediatorin oder zertifizierter Mediator?
Nach der ZMediatAusbV (seit 1. März 2024): ein Lehrgang von mindestens 130 Präsenzzeitstunden, davon höchstens 40 Prozent online, und fünf supervidierte Mediationen spätestens drei Jahre nach dem Lehrgang. Die Bezeichnung „zertifizierte Mediatorin / zertifizierter Mediator“ (§ 5 Abs. 2 MediationsG) ist seit 2012 geschützt und setzt die fünf supervidierten Mediationen voraus. Danach gilt eine laufende Fortbildungspflicht von 40 Stunden alle vier Jahre. Die System Empowerer Fortbildung erfüllt die Anforderungen an den Lehrgang. Die Supervision der fünf Mediationen ist nicht im Preis enthalten und kostet bei unseren Ausbildern 350 € netto pro Stunde. Sie zählt auch, wenn Sie sie bei einem Supervisor außerhalb des Instituts machen.
Welche Voraussetzungen gelten für die Fortbildung?
Mindestens zehn Jahre Berufserfahrung und die Arbeit mit Unternehmen und Unternehmern. Die System Empowerer Fortbildung richtet sich an Profis wie Berater, Juristen, Steuerberater, Coaches und Mediatoren, die Coaching und Mediation in ihre bestehende Arbeit integrieren wollen.
Werden Vorausbildungen angerechnet?
Nein. Vorausbildungen in Coaching oder Mediation werden nicht angerechnet, und einzelne Module sind nicht separat buchbar.
Wie lange dauert die Fortbildung?
Die System Empowerer Fortbildung umfasst 240 Stunden in 15 Modulen über rund 18 Monate, jeweils donnerstags und freitags (Modul 8 und 15 freitags und samstags) in Hamburg. Ihre Praxis führen Sie daneben weiter. Für die Bezeichnung „zertifizierte Mediatorin / zertifizierter Mediator“ kommen die fünf supervidierten Mediationen hinzu, spätestens drei Jahre nach dem Lehrgang.
Warum Coaching und Mediation zusammen lernen?
Weil fast jedes Coaching-Thema irgendwann ein Beziehungsthema wird und fast jede Mediation Einzelarbeit erfordert. Wer beides kann, bleibt im Prozess.
Quellen: RAUEN Coaching-Marktanalyse 2024; Mediationsgesetz (MediationsG), ZMediatAusbV.
Sie begleiten Unternehmer und kommen bei einem Mandat an eine Grenze? In der System Empowerer Fortbildung lernen Sie, die Ursache im Fundament zu erkennen und aufzulösen. Der nächste Durchgang startet am 28. Januar 2027.
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