Ein Unternehmer hat seinen Betrieb über Jahre mit Begeisterung aufgebaut. Heute erledigt er, was getan werden muss, aber es zieht ihn nicht mehr. Ein Nachfolger übernimmt, weil die Familie es von ihm erwartet. Wer als Berater oder Coach mit solchen Mandanten arbeitet, landet bei der Frage, woher die intrinsische Motivation des Unternehmers kommt und ob das, was er tut, noch zu dem passt, wofür er es tut.

Was intrinsische Motivation ist

Intrinsische Motivation entsteht von innen, aus einem selbst heraus. Sie entsteht, wenn jemand etwas tut, das ihm Freude macht, ihn interessiert oder ihn in einem guten Maß fordert. Im Arbeitsleben zeigt sie sich, wenn eine Tätigkeit gern erledigt wird, ohne dass dafür eine Belohnung winkt oder eine Strafe vermieden wird. Auch innere Werte und Überzeugungen können intrinsische Motivation erzeugen. Sie entsteht dann aus einem Selbstverständnis heraus.

Extrinsische Motivation entsteht durch äußere Faktoren: Man möchte etwas bekommen, etwa den Lohn für seine Arbeit, oder etwas vermeiden, etwa eine Strafe oder eine unangenehme Situation. Sie kann auch aus der Stellung in einem System entstehen. Ein Chef übernimmt die Verantwortung für die Leistung seines Teams, und von ihm wird erwartet, dass er seine Mitarbeiter motiviert, antreibt und fördert.

Beim Unternehmer als Mandanten kommt beides zusammen. Er trägt Verantwortung für das Unternehmen und die Menschen darin, und von ihm wird viel erwartet. Ob ihn darüber hinaus etwas von innen trägt, ist eine eigene Frage.

Intrinsische Motivation und Vision

Die Vision spielt eine große Rolle dabei, intrinsische Motivation zu erzeugen. Im System Empowering verstehen wir unter Vision den Traum, den Lebenssinn, den Zweck, den Nutzen für die Menschheit. Sie ist meist so groß formuliert, dass sie nicht erreichbar ist. Darunter liegt die Mission, also der eigene Anteil daran, die Vision zu erreichen. Daraus folgen Strategien, Wege und Ziele.

Was Unternehmen ihre Vision nennen, ist nach dieser Unterscheidung fast immer die Mission, und über der Mission steht dann nichts. Vereinfacht gesagt beschreibt die Mission den eigenen Beitrag, die Vision das Wofür.

In der Podcastfolge zu diesem Beitrag geht es genau darum: wie man seine Vision findet und lebt und welche Rolle die intrinsische Motivation dabei spielt.

Was Berater und Coaches damit anfangen

Im System Empowering arbeiten wir mit sieben Ebenen der Veränderung. Das Modell geht auf Bateson und Dilts zurück und ist bei uns unten um die Systemgesetze erweitert. Vision und Sinn bilden die sechste Ebene, darunter liegen die Systemgesetze. Wir gehen davon aus, dass jede Ebene die darüberliegenden bestimmt, nicht umgekehrt. Daraus ergeben sich einige Hinweise für Ihre Arbeit mit dem Unternehmer:

  • Nach dem Ziel fragen, nicht nach dem Problem. In der Auftragsklärung klären Sie, was am Ende anders sein soll. Bei Fragen der Motivation gehört dazu, wofür der Unternehmer sein Unternehmen führt.
  • Vision und Mission unterscheiden. Nennt der Unternehmer seine Vision, prüfen Sie, ob es nicht die Mission ist, und fragen Sie, was darüber steht.
  • Die Passung ansehen. Vision und Mission des Unternehmens und der eigene Lebenssinn des Unternehmers sollten bekannt sein und zueinander passen. Widerspricht die Arbeit der eigenen Vision, entsteht nach unserer Erfahrung Demotivation.
  • Von unten arbeiten. Veränderung auf einer unteren Ebene zieht die oberen mit, Veränderung oben bleibt oben. Wirkt auf der Ebene der Systemgesetze eine Verletzung, bleibt die Arbeit an Vision und Motivation deshalb oben. Wir klären zuerst die Systemgesetze und arbeiten dann aufwärts.

Dasselbe gilt für das Team des Mandanten. Eine gemeinsame Teamvision setzt im System Empowering voraus, dass im Team keine Systemgesetzverletzungen mehr wirken. Und ein Unternehmer, der ausgeglichen stark ist und seine Vision und Berufung lebt, motiviert nach unserer Erfahrung die Mitarbeiter, die zu ihm passen. Wie sich fehlende Motivation im Team zeigt, beschreibt der Beitrag zur Mitarbeiterbindung. Wie nach dem Auflösen alle Ebenen von unten nach oben neu geprägt werden, steht auf der Seite zum Empowering.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation?

Intrinsische Motivation entsteht von innen, aus Interesse, Freude an der Sache oder eigenen Werten. Extrinsische Motivation entsteht durch äußere Faktoren, etwa Lohn, das Vermeiden einer Strafe oder die Erwartungen, die mit einer Stellung im System verbunden sind.

Was unterscheidet Vision und Mission?

Die Vision ist der Traum, der Lebenssinn, der Zweck, meist so groß, dass sie nicht erreichbar ist. Die Mission ist der eigene Anteil daran, sie zu erreichen. Was Unternehmen ihre Vision nennen, ist nach unserer Erfahrung fast immer die Mission.

Sie begleiten Unternehmer und kommen bei einem Mandat an eine Grenze? In der System Empowerer Fortbildung lernen Sie, die Ursache im Fundament zu erkennen und aufzulösen. Der nächste Durchgang startet am 28. Januar 2027.

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