Ihr Mandant hat die Nachfolge vertraglich geregelt, und trotzdem bewegt sich nichts. Fachlich ist vieles geklärt, aber ein Konflikt in der Familie oder eine alte Loyalität blockiert die Entscheidung, und herkömmliche Ansätze wirken nur kurzfristig. Nach unserer Erfahrung liegt die Ursache dann im Fundament, bei verletzten Systemgesetzen.
Dieser Beitrag richtet sich an Sie, wenn Sie:
- als Unternehmens-, Nachfolge-, Steuer- oder Finanzberater oder als Organisationsentwickler mit Unternehmern arbeiten,
- als Coach Unternehmer und Führungskräfte begleiten,
- als Mediator mit eskalierten Konflikten zu tun haben oder
- als Jurist oder Notar Gesellschafterstreit, Erbfolge und Trennungen begleiten.
Wo Berater, Coaches und Mediatoren an Grenzen stoßen
Typische Situationen, die uns geschildert werden:
- In Beratungsprojekten scheitern gute Konzepte daran, dass die Beteiligten sich innerlich verweigern oder sabotieren.
- In Mediationsverfahren bleiben Kränkungen und alte Verletzungen unausgesprochen, obwohl formale Einigungen gefunden werden.
- In Coachingprozessen ist das Problem rational verstanden, im Alltag wiederholen sich jedoch dieselben Muster.
- In Unternehmen wirken unsichtbare Spannungen, die nicht mit Strukturen oder neuen Regeln zu lösen sind.
Nach unserer Erfahrung liegt die Ursache meist in einer Verletzung im Fundament, also bei den Systemgesetzen. Solange Menschen sich ausgeschlossen, nicht gewürdigt oder ungerecht behandelt fühlen, können sie die besten Lösungen nicht wirklich annehmen.
Was macht einen System Empowerer aus?
Ein System Empowerer verbindet drei Perspektiven:
Systemisches Verstehen: Sie sehen Menschen nicht isoliert, sondern im Kontext von Familie, Unternehmen, Eigentümerstrukturen und Herkunft.
Arbeit am Fundament: Sie nutzen die Systemgesetze als Leitlinie und arbeiten mit dem Hausmodell und dem PowerCode, um Verletzungen dort aufzulösen, wo sie entstanden sind. Das Hausmodell zeigt drei Ebenen: im Dach die Sachfrage oder den Konflikt, im Stockwerk darunter die Wünsche an die Beziehung, im Fundament die Grundbedürfnisse. Der PowerCode ist der strukturierte Klärungsprozess, mit dem Systemgesetzverletzungen aufgelöst werden.
Strukturierter Prozess: Mit klaren Schritten führen Sie Ihre Klienten aus der ersten Unstimmigkeit über die Konflikthistorie hin zu einem neuen inneren Zustand, der andere Entscheidungen und Verhaltensweisen ermöglicht.
Dadurch werden Sie für Ihre Mandanten und Auftraggeber nicht nur zum Gesprächspartner, sondern zu jemandem, der nachhaltige Veränderung ermöglicht.
Inhaltsübersicht
- Typische Themen im Mandat, bei denen ein System Empowerer unterstützen kann
- Erfolg im Unternehmen und im Führungsalltag
- Beziehung im Unternehmerpaar
- Ängste im Unternehmeralltag
- Patchworkfamilien und Nachfolge
- Belastung
- Vision und Sinn
- Vertrauen in Verhandlungen und Übergaben
- Konflikte lösen
- Entscheidungen treffen und Ziele erreichen
- Führungsherausforderungen meistern
- Die Methoden von System Empowering
- Die sieben Ebenen der Veränderung
- Die zehn Systemgesetze
- Lösungsorientiert in die Vergangenheit: Mit dem PowerCode Verletzungen der Systemgesetze auflösen
- Genea-Methode
- Empowering
- Der SystemCheck
- Kommunikations- und Fragetechniken
- Was eine Fortbildung für die Arbeit mit Unternehmern abdecken sollte
- Fazit
Typische Themen im Mandat, bei denen ein System Empowerer unterstützen kann
Erfolg im Unternehmen und im Führungsalltag
Das Unternehmen ist für die meisten Unternehmer der Bereich, in dem sie die meiste Lebenszeit verbringen. Wenn dort die Systemgesetze wie Zugehörigkeit, Anerkennung und Ausgleich von Geben und Nehmen gelebt werden, fühlen sich die Menschen wohl und sind motiviert. Passt das, was sie tun, dann auch noch zu ihren Werten und ihrem Lebenssinn: wunderbar!
Wenn Unternehmer zu uns kommen, erleben sie aber oft genau das Gegenteil: Konflikte mit Gesellschaftern, Führungskräften oder Mitarbeitern, Unzufriedenheit im Arbeitsalltag und Mobbing sind nur einige der Themen, mit denen wir jeden Tag umgehen.
Ursachen sind nach unserer Erfahrung meist Systemgesetzverletzungen im Unternehmen und eigene Themen, die der Unternehmer schon mitbringt. Diese Themen schwächen ihn und tragen dazu bei, dass er im Unternehmen immer wieder auf dieselben Probleme stößt. Mit der richtigen Fortbildung können Sie als Berater, Coach oder Mediator diese Zusammenhänge und die eigentlichen Ursachen erkennen und auflösen, sodass neue Kraft, Klarheit und Perspektiven entstehen.
Beziehung im Unternehmerpaar
Gute, liebevolle Beziehungen sind für Menschen wie die Luft zum Atmen. In keinem Bereich zeigen sich tief sitzende Verhaltensmuster, fehlendes Vertrauen, Ängste und alte Verletzungen so deutlich wie in engen privaten Bindungen. Bei Unternehmerpaaren, die gemeinsam ein Unternehmen führen oder übergeben, wirkt das unmittelbar ins Unternehmen hinein.
Als Berater, Coach oder Mediator unterstützen Sie das Paar dabei, die Hindernisse in der Beziehung zu erkennen und aufzulösen. Damit schaffen Sie die Voraussetzungen für ein stabiles Fundament und gute Kommunikation, zu Hause und im Unternehmen.
Ängste im Unternehmeralltag
Existenzangst, die Angst vor einer falschen Entscheidung oder vor dem Gespräch mit dem Mitgesellschafter: Ängste machen auch Unternehmern den Alltag schwer, bis in ihre Entscheidungen hinein.
Ängste, die durch unser Denken und die unreflektierte Übernahme fremder Überzeugungen entstehen, lassen sich lösen, indem wir unser Denken verändern. Das klingt erst einmal nicht schwierig.
Doch die Menschen, die uns aufsuchen, haben diese klassischen Herangehensweisen in der Regel schon ausprobiert und keine Wirkung festgestellt. Nach unserer Erfahrung liegt das daran, dass die Ursachen für die meisten Ängste unbewusst wirken und sich deshalb nicht durch Denken auflösen lassen.
Mit System Empowering arbeiten Sie nicht nur mit Denkgefühlen, die durch das Denken entstehen, sondern lösen auch Basisgefühle auf, die unabhängig vom Denken durch Systemgesetzverletzungen entstehen.
Patchworkfamilien und Nachfolge
In Patchworkfamilien gibt es große Herausforderungen, und in Unternehmerfamilien betreffen sie oft auch Eigentum und Nachfolge. Wenn Menschen nach der Trennung mit ihren Ex-Partnern im Unreinen sind und in Wut auseinandergehen, bleibt ein vergifteter Platz zurück, auf dem es der neue Partner oder die neue Partnerin sehr schwer hat. Das kann sich darin zeigen, dass die Verhaltensweisen des Neuen unbewusst in eine alte Brille einsortiert werden. Dann entstehen Konflikte, sobald die Person irgendein Verhalten zeigt, das sich dem des Ex-Partners zuordnen lässt. So werden die ungelösten Verletzungen aus der vorigen Beziehung wieder angetriggert, und die gedeckelte Wut kocht über.
Darüber hinaus wirken sich hier die Systemgesetze erheblich aus, besonders das Systemgesetz „Früher hat Vorrang vor später“. Wenn ein neues Patchwork-Familiensystem entstehen soll, müssen die vorigen Familiensysteme zunächst anerkannt werden. Das gelingt nicht immer. Leidtragende sind dann oft die Kinder, zum Beispiel wenn der neue Partner der Mutter nicht anerkennt, dass die Kinder vor ihm da waren und für die Mutter im Zweifel Vorrang haben. Wenn diese Anerkennung bei dem neuen Partner, den Kindern und dem vorigen ersten Partner ankommt, kann Schritt für Schritt das Neue entstehen.
Als Berater, Coach oder Mediator können Sie mit dem Wissen über die Systemgesetze Ordnung in diese komplexen Dynamiken bringen, in Coaching und Mediation alte Verletzungen auflösen und die Familie stärken, auch für anstehende Fragen von Eigentum und Nachfolge.
Belastung
Auch hohe Belastung ist in Mandaten oft ein Thema, etwa wenn ein Unternehmer seit Jahren unter Dauerstress steht. Im System Empowering gehen wir davon aus, dass bei uns allen unbewusst Verletzungen der Systemgesetze mit Basisgefühlen wie Angst und Wut sowie Prägungen aus der Vergangenheit wirken, die meist nicht mit dem richtigen Verursacher aufgelöst wurden und uns zum großen Teil nicht einmal bewusst sind. Mit den Methoden von System Empowering können Sie an diesen Ursachen arbeiten.
Vision und Sinn
Wofür steht Ihr Mandant morgens auf? Wie sieht für ihn die ideale Welt aus? Was ist sein Lebenssinn? Und wie sieht passend dazu sein Beitrag im Unternehmen und im Alltag aus, seine Mission, um diesem Ideal zumindest ein Stückchen näher zu kommen?
Alle Menschen sind von bestimmten Werten geprägt, jedoch sind diese oft nicht bewusst. Wenn diese Werte am Arbeitsplatz, in Freundschaften und in der Familie gelebt und geteilt werden können, gibt das viel Energie. Es treibt an, jeden Tag für diese Werte einzustehen und Dinge zu tun, die die Welt für uns und unsere Nachkommen besser machen.
Wenn Menschen aber gegen diese Werte handeln und leben, verursacht das nach unserer Erfahrung erheblichen Energieverlust. Demotivation und fehlender Antrieb sind dann Zustände, die wir bei Klienten erleben.
Als Berater oder Coach können Sie mit Ihrem Mandanten seine Vision herausarbeiten und zudem die Voraussetzungen auf der Systemgesetzebene herstellen. Ist auf der Systemgesetzebene etwas verletzt, entfaltet nach unserer Erfahrung auch eine klar formulierte Vision keine Kraft.
Vertrauen in Verhandlungen und Übergaben
Gerade in Veränderungsphasen und Verhandlungen, etwa bei einer Übergabe, gibt es nach unserer Erfahrung eine Ressource mit der stärksten Wirkung: das Vertrauen, dass es immer eine beste Alternative gibt, auch wenn diese auf der Sachebene noch nicht vorhanden ist.
Erst dieses Vertrauen befähigt Menschen, wirklich „loszulassen“ und im Einklang mit ihrem Unbewussten zu handeln.
Konflikte lösen mit System Empowering
Auch im Setting mit nur einer Person sind Sie häufig mit dem Thema „Konflikt“ beschäftigt. Unternehmer fragen sich, wie sie eine Auseinandersetzung mit einem Mitgesellschafter, einem Mitarbeiter oder dem eigenen Partner lösen sollen. Oder die Beziehung ist schon lange nicht mehr gut, aber was tun?
Mit dem Wissen über die Systemgesetze und den Methoden von System Empowering wie dem PowerCode führen Sie Ihren Klienten innerlich an den Punkt zurück, an dem es noch gut war, und unterstützen ihn dabei, von dort aus die erste Konfliktursache aufzuspüren und Basisgefühle wie Leid und Wut aufzulösen. Dafür muss die zweite Konfliktpartei nicht anwesend sein. Sie kann innerlich einbezogen werden, sofern die Voraussetzungen des PowerCode erfüllt sind. Das wird im Einzelcoaching oft als sehr entlastend empfunden.
Wollen Sie auch mit Paaren, Teams, Gruppen und Unternehmen arbeiten, vermittelt Ihnen die System Empowerer Fortbildung das Handwerkszeug, um auch in komplexen Systemen und Situationen wirksam zu arbeiten. Im Podcast Als Unternehmensberater coachen und Konflikte lösen: Malte Kähler berichtet bekommen Sie einen Einblick in seine Tätigkeit.
Entscheidungen treffen und Ziele erreichen
Viele Unternehmer tun sich schwer damit, Entscheidungen zu treffen oder Ziele konsequent zu verfolgen, gerade bei der Nachfolge oder bei größeren Investitionen. Vielleicht kennen Sie es auch selbst, eine Entscheidung, zum Beispiel einen Kauf, später bereut zu haben. Wenn man für die Zielerreichung einen Preis bezahlen muss, macht das keine guten Gefühle und bremst früher oder später aus. Mit gezielten Fragen können Sie Ihre Mandanten schon zu Beginn der Entscheidungs- oder Zielfindung unterstützen. Zunächst fehlt es oft an einer klaren Zielformulierung. Im Coaching nutzen wir neben SMART die sieben Wohlgeformtheitskriterien.
In diesen beiden Artikeln finden Sie mehr zum Thema Entscheidungen und Ziele:
- Als Coach Menschen helfen, Ziele zu erreichen
- Als ausgebildeter Coach Menschen helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen
Im nächsten Schritt decken Sie mit dem SystemCheck die Risiken und negativen Auswirkungen des Zielzustandes auf und erarbeiten dann gemeinsam mit Ihrem Mandanten den wichtigsten Schritt, der nach unserer Erfahrung im klassischen Coaching meistens fehlt:
Was muss getan, gelernt und verändert werden, damit diese negativen Konsequenzen gar nicht erst entstehen?
Eine spannende Frage, die zu weiteren tiefer liegenden Themen führt und so einen wirkungsvollen Coachingprozess eröffnet.
Führungsherausforderungen meistern
Inhaber, Entscheider und Führungskräfte müssen viele Herausforderungen stemmen. Sie haben eine hohe Verantwortung, müssen Feedback geben und nehmen, Entscheidungen auf der Sachebene treffen, die nicht jedem gefallen, und sich eventuell mit schlechten Gefühlen der Mitarbeiter auseinandersetzen. Dafür brauchen sie exzellente kommunikative Fähigkeiten und eine ausgeglichen kraftvolle innere Haltung, damit sie Veränderungen konfliktfrei umsetzen können.
Das Wissen über die Systemgesetze und darüber, wie man Konflikte auf dieser Ebene vermeidet und löst, ist aus unserer Sicht oberste Führungsaufgabe.
Wenn Sie dieses Wissen als Berater oder Coach an Unternehmer und Führungskräfte weitergeben können, erzielen Sie eine große Wirkung. Darüber hinaus brauchen Sie die Kompetenz, die Führungskraft von innen heraus zu stärken, sodass sie zugewandt und zugleich klar und durchsetzungsstark führen kann.
Die Methoden von System Empowering
Die sieben Ebenen der Veränderung
In der Auftragsklärung ist es hilfreich, die sieben Ebenen der Veränderung anzuwenden. Sie stammen aus dem NLP (neurologische Ebenen nach Bateson und Dilts, dort allerdings nur sechs Ebenen). Wir haben sie angepasst und durch die entscheidende Ebene der Systemgesetze ergänzt. Sie treffen auf Mandanten, die auf den oberen drei Ebenen (Umgebung, Verhalten und Fähigkeiten) oft schon sehr viel ausprobiert haben und sich schlecht fühlen, weil sie ihr Ziel immer noch nicht erreicht haben.

Daher müssen Sie in der Lage sein, die unteren Ebenen zu beachten, die im Unbewussten wirken. Im System Empowering gehen wir davon aus, dass jede Ebene die darüberliegenden bestimmt. Wirkung und Hebel in Bezug auf das angestrebte Ziel werden deshalb nach unten immer stärker. Die Systemgesetzebene ist die Ebene, die am meisten Energie und Veränderung bewirkt, wenn Verletzungen der Systemgesetze aufgelöst werden.
Die zehn Systemgesetze
Die zehn Systemgesetze sind für uns die Grundbedürfnisse, die in einem System unbedingt eingehalten werden müssen, damit ein System überleben und funktionieren kann. Sie sind für uns die Arbeitsbasis im Coaching, der Mediation, im Coaching in der Unternehmensnachfolge, im Paarcoaching sowie der System Empowerer Fortbildung. Die zehn Systemgesetze sind nach der Stärke ihrer Wichtigkeit und Wirkung sortiert. Die ersten vier heißen Zugehörigkeit, Anerkennung (Wertschätzung, Respekt), Ausgleich von Geben und Nehmen und Früher hat Vorrang vor später.
Werden die Systemgesetze vorgelebt und eingehalten, fühlen sich Menschen zugehörig, anerkannt und motiviert, all ihre Fähigkeiten in das System einzubringen.
Wenn Menschen sich ausgeschlossen fühlen oder der Ausgleich von Geben und Nehmen nicht stimmt, kommt es nach unserer Erfahrung zu Basisgefühlen wie Leid, Wut und Angst und zu Konflikten.

Die Bedeutung der einzelnen Systemgesetze in ihrem Zusammenhang können Sie im Buch „Coachen und Führen mit System“ von Dr. Dieter Bischop nachlesen und im Artikel: Die Systemgesetze als Fundament.
Lösungsorientiert in die Vergangenheit: Mit dem PowerCode Verletzungen der Systemgesetze auflösen
Wenn Sie das Wissen über die Wirkung der Systemgesetze vermitteln können, ist das ein sehr hilfreicher Schritt, da Ihr Klient versteht, auf welcher Ebene sein Leid entstanden ist, und seine Situation mit einem klar strukturierten Instrument analysieren kann. Mit dem Verstehen allein ist eine Verletzung aber noch nicht aufgelöst. Im nächsten Schritt ist es deshalb Ihre Aufgabe, die aufgedeckten Systemgesetzverletzungen mit dem PowerCode aufzulösen, damit Konflikte sich lösen und die richtigen Verursacher Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Das geschieht entweder innerlich, indem sich der Klient die Beteiligten vorstellt, oder im Gespräch mit den Personen, die dafür gebraucht werden.
Das Besondere an System Empowering ist, dass Sie Ihre Klienten zunächst aus dem Problemzustand heraus dorthin führen, wo es noch gut oder neutral war.
Nach unserer Erfahrung lassen sich emotionale Konflikte auf der Systemgesetzebene nicht lösen, indem man über die gegenwärtigen Probleme spricht oder versucht, Vereinbarungen für die Zukunft zu schließen. Es mag eine Weile funktionieren, wenn alle sich bewusst anstrengen, aber die alten Gefühle kommen hoch, sobald ein neues Sachthema geklärt werden muss oder das System wieder durch irgendeine Art von Stress „geprüft“ wird. Darüber hinaus ist es nicht sinnvoll, auf der Zeitlinie mitten im Leid anzufangen. Der Klient fühlt sich schlecht und kann nichts auflösen.
Für den PowerCode braucht es deshalb fünf Voraussetzungen. Sind sie teilweise nicht gegeben, können Sie sie mit der richtigen Anleitung des Klienten im Coaching herstellen.
- Der/die Auslöser, Verursacher oder Verantwortlichen müssen bekannt sein.
- Es muss eine Zeit geben, zu der alle (Verursacher und Verletzter) sagen können, es war mal gut (also Respekt war vorhanden = wertschätzende Haltung ist möglich). Es muss die erste Ursache bekannt sein.
- Der Verletzte und der Verursacher müssen ausgeglichen kraftvoll genug sein (++), also genügend Schwertseite und genügend Herzseite haben.
- Sprachlich richtiges Vorgehen (keine Vorwürfe oder Rechtfertigung)
- Das Neue, die neue „Brille“ muss sich entwickeln
Genea-Methode
An verschiedenen Stellen haben Sie schon gelesen, dass nach unserer Erfahrung ungelöste Verletzungen und Lasten aus dem System unserer Vorfahren bis zu uns in die Gegenwart und weiter auf unsere Nachkommen wirken.
Mit dem Ziel, auch diese Themen bearbeiten zu können, hat Dr. Dieter Bischop die Genea-Methode entwickelt. Auf der Seite Genea-Methode wird darauf ausführlich eingegangen.
Bei der Genea-Methode wird der PowerCode, also das Vorgehen zum Auflösen von emotionalen Verletzungen, auf die Vorfahren übertragen. Das ist deshalb bedeutsam, weil wir im System Empowering davon ausgehen, dass wir unsere alten, schon lange bestehenden emotionalen Verletzungen nur dann auflösen können, wenn unsere Eltern ausgeglichen kraftvoll hinter uns stehen.
Um diese Voraussetzung herzustellen, gehen wir auch hier zurück bis zu dem Punkt, an dem es noch gut war und wir das erste starke ausgeglichen kraftvolle Paar finden. Von dort aus werden emotionale Belastungen, Ängste, Wut und Nachfolgedynamiken geklärt, so dass neue Kraft, Klarheit und Vertrauen bis zur Gegenwart und mit Wirkung für die Zukunft fließen.
Empowering
Im Empowering geht es darum, nach der Auflösung mit dem PowerCode oder der Genea-Methode das Neue in die Lebensgeschichte zu integrieren und „neu zu prägen“, sodass der Betroffene mit einem neuen guten Gefühl auf Ereignisse, Bremsen und Überzeugungen aus der Vergangenheit schauen kann. Das Ziel ist, die hilfreichen Ressourcen aus dem Alten mitzunehmen und das Neue so zu verankern, dass von innen heraus hilfreiche Überzeugungen und neue Wahlmöglichkeiten entstehen.
Aus der Überzeugung „Ich muss immer perfekt sein“ kann die Freiheit entstehen, dass auch 80 % reichen können, damit es gut genug ist. Fehler sind erlaubt, um daraus weiter zu lernen und Verantwortung zu übernehmen, beeinträchtigen aber das Selbstwertgefühl nicht mehr.
Die klassische Neuprägung nach Robert Dilts (NLP) arbeitet mit dem Denkgefühl, also dem Gefühl, das unserem Denken folgt. Dies bedeutet, dass man bewusst Ressourcen und Bilder kreiert, so dass daraus neue Denkgefühle entstehen.
Wenn die Ursachen für Blockaden aber auf der Systemgesetzebene liegen und verletzte Basisgefühle vorliegen, ist die Gefühlsarbeit mit dem Denkgefühl nach unserer Erfahrung nicht nachhaltig und fühlt sich nicht stimmig an.
Im Hanseatischen Institut haben wir die klassische Neuprägung daher erweitert durch die Arbeit mit dem Basisgefühl und den Systemgesetzen. Im Artikel Empowering werden die Weiterentwicklung und das Vorgehen ausführlich erklärt.
Wird also für die angestrebte Veränderung das Auflösen von Systemgesetzverletzungen benötigt, können Sie das als System Empowerer mit dem PowerCode durchführen. Je nachdem, wo die erste Ursache liegt, arbeiten Sie auf der eigenen Lebenslinie des Klienten oder im Vorfahrensystem mit der Genea-Methode.
Für Ihre Arbeit mit Unternehmern ist diese Weiterentwicklung der klassischen Neuprägung zum Empowering besonders wichtig:
Nach unserer Erfahrung entstehen die meisten Blockaden durch Systemgesetzverletzungen, weil Menschen alles dafür tun, um auf dieser Ebene Zugehörigkeit und Anerkennung sicherzustellen. Das sichert das Überleben. Dafür entwickelt jeder Mensch schon sehr früh unbewusste Strategien. Sie halten sich bis ins Erwachsenenalter und wirken auf die nächste Generation weiter, wenn sie nicht aufgelöst werden.
Der SystemCheck
Viele Bremsen und Konflikte entstehen, wenn bei Veränderungen in Unternehmen und Familien der Blick ausschließlich auf die positiven Aspekte des Ziels gerichtet ist.
In Veränderungsprozessen gibt es aber immer auch negative Auswirkungen, die oft nicht genügend berücksichtigt werden. Im Allgemeinen wird dann die „Preisfrage“ gestellt: Will man die negativen Auswirkungen für das Ziel in Kauf nehmen? Oder verwirft man doch lieber das Ziel? In beiden Fällen geht es nicht so recht voran und man zahlt den „Preis der Preisfrage“. Es geht auch anders:
Als System Empowerer führen Sie den SystemCheck mit vier Fragen durch:
Die erste Frage zielt darauf ab, die Vorteile des Ist-Zustandes bewusst zu machen. In der Gegenwart gibt es nicht nur Nachteile, sondern auch Vorteile, die erhalten bleiben sollten.
- Was ist gut an dem, was wir jetzt haben? Welche Vorteile gibt es in der Gegenwart?
- Was muss getan / gelernt / verändert werden, damit die Vorteile aus der Gegenwart erhalten bleiben?
- Was sind negative Konsequenzen / Risiken / Nachteile der Zielerreichung? Sind diese aufgedeckt, so gilt es, dafür Lösungen zu finden.
- Was muss getan / gelernt / verändert werden, damit die negativen Konsequenzen / die Nachteile / die Risiken nicht eintreten?
Erfahrungsgemäß gibt es immer Antworten auf die letzte Frage. Die ersten Antworten sind vielleicht noch oberflächlich, je mehr Zeit Sie dafür einräumen, desto wertvoller werden die Antworten und die damit verbundenen Lernaufgaben.
Werden diese Antworten umgesetzt, so erübrigt sich die Preisfrage und das Ziel kann umso besser erreicht werden. Einige Antworten können auch in das Ziel einfließen, so dass es abgewandelt wird und sich der Weg zum Ziel verändert.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass durch die Fragen des SystemChecks die Systemgesetze (Zugehörigkeit, Früher hat Vorrang vor später) beachtet werden, weil Menschen damit ins Boot geholt werden, ihr Wissen und ihre Kompetenz genutzt wird. So kann die Bereitschaft entstehen, Veränderungsprozesse mitzugestalten, statt diese zu blockieren.
Wie der SystemCheck an einem Beispiel genau funktioniert, erfahren Sie im Artikel SystemCheck durchführen und Ökologie beachten.
Kommunikations- und Fragetechniken
Sie führen Ihre Klienten vor allem durch die richtigen Fragen durch den Prozess. Hilfreich sind lösungsorientierte Fragen wie „Was können Sie tun, um den Zustand positiv zu beeinflussen?“ Solche Fragen lassen die Verantwortung beim Klienten und stärken seine Lösungskompetenz. Im Übrigen sind sie auch für Führungskräfte in Mitarbeitergesprächen sehr hilfreich.
In der System Empowerer Fortbildung lernen Sie verschiedene Frage- und Kommunikationstools, zum Beispiel wie man sprachlich richtig Feedback gibt, ohne zu interpretieren, und das präzise Nachfragen.
Im Coaching ist Ihre Sprache ein wichtiges Instrument, mit dem Sie den Prozess anleiten. Im Rahmen der Fortbildung am Hanseatischen Institut lernen Sie, wie die Kommunikation mit dem Klienten den Erfolg beeinflusst. Je mehr Erfahrung Sie mit der Wirkung Ihrer Worte und der nonverbalen Kommunikation sammeln, desto entspannter können Sie Ihre Mandanten begleiten.
Was eine Fortbildung für die Arbeit mit Unternehmern abdecken sollte
Wenn Sie Unternehmern helfen wollen, bei denen fachlich alles geklärt ist und es trotzdem nicht weitergeht, brauchen Sie die Kompetenz, nicht nur Gefühle über das Denken zu bearbeiten, sondern auch mit dem Basisgefühl zu arbeiten, im Abgleich mit dem Unbewussten.
Nach unserer Erfahrung greift die Arbeit nur mit Denkgefühlen zu kurz und ist in der Regel nicht nachhaltig.
Wichtig ist deshalb eine Fortbildung, die nicht nur Fähigkeiten auf den oberen Ebenen der Veränderung abdeckt, sondern auch die Arbeit mit dem Unbewussten und die Systemgesetzebene als größten Hebel für Veränderungen einbezieht.
Achten Sie darauf, dass die Fortbildung diese Aspekte abdeckt:
- Es wird mit den wahren ersten Auslösern gearbeitet
- Es werden die Systemgesetze als größter Hebel für Stress und Konflikte berücksichtigt
- Es bleibt nicht nur beim Erkenntnisgewinn über die Ursachen, sondern es wird auch ein konkreter systematischer Lösungsprozess vermittelt, der die Basisgefühle auflöst und den Klienten nicht unnötig ins Leid führt.
- Es werden auch Verletzungen einbezogen, die über Generationen wirken, etwa in Unternehmerfamilien und Nachfolgen, und mit der Genea-Methode bearbeitet.
Wenn Sie die verschiedenen Ausbildungsrichtungen einordnen wollen, helfen Ihnen diese Beiträge:
Im Artikel Coaching-Ausbildungen im Vergleich ordnen wir die wichtigsten Ausbildungsrichtungen (systemisch, NLP, lösungsfokussiert, Business Coaching, integrativ) inhaltlich ein und zeigen, wo sie jeweils an Grenzen stoßen. Im Beitrag Systemische Coaching Ausbildung mit System Empowering erklären wir den Unterschied zwischen dem, was an vielen Instituten unter "systemisch" gelehrt wird, und dem, was System Empowering daraus weiterentwickelt hat.
Einsatzfelder für Berater, Juristen, Coaches und Mediatoren
Die Fortbildung eröffnet Ihnen unterschiedliche Einsatzfelder, je nach beruflichem Hintergrund:
- Unternehmens-, Nachfolge-, Steuer- und Finanzberater, Organisationsentwickler
Sie können Change-Projekte, Nachfolgen, Reorganisationen und Kulturentwicklung so begleiten, dass Konflikte zwischen Inhabern, Geschäftsführung und Führungskräften nicht länger blinde Flecken sind, sondern bewusst geklärt werden. - Coaches
Sie erweitern Ihre Arbeit um einen strukturierten Prozess zum Lösen von Systemgesetzverletzungen, auch solchen, die über Generationen wirken, anstatt sich auf Verhaltens- oder Kommunikationsebene zu erschöpfen. - Mediatoren
Sie gewinnen Sicherheit im Umgang mit lautstarken, emotional stark belasteten Konflikten und können auch dann arbeiten, wenn klassische Mediationsregeln nicht ausreichen, weil die Basisgefühle noch nicht aufgelöst sind. - Juristen und Notare
Sie erkennen im Mandat, wann ein Gesellschafterstreit oder eine Erbauseinandersetzung ihre Ursache im Fundament hat, und wissen, wie sie geklärt werden kann, bevor Sie eine Regelung verhandeln. Das Modul „Recht & Mediation“ ist fester Bestandteil der Fortbildung.
Speziell für den Einsatz im Unternehmenskontext: Business Coaching Ausbildung: Warum Führungskräfte mehr brauchen als Kommunikationstechniken.
Für die Arbeit mit Familienunternehmen
Wenn Sie als Berater oder Coach schwerpunktmäßig mit Familienunternehmen in der Nachfolge arbeiten, lohnt sich ein Blick auf unsere Seite Unternehmensnachfolge mit System Empowering, um zu sehen, wie wir Nachfolgethemen emotional und strukturell begleiten.
Nächste Schritte
Wenn Sie prüfen möchten, ob die Fortbildung zu Ihrer Arbeit passt:
- Informieren Sie sich auf der Angebotsseite System Empowerer Fortbildung über Aufbau, Inhalte und Voraussetzungen.
- Melden Sie sich zu unserem Live-Webinar zur Fortbildung an, in dem wir die Arbeitsweise vorstellen und Ihre Fragen beantworten.
So können Sie entscheiden, ob die Fortbildung Ihre Arbeit mit Unternehmern sinnvoll erweitert.
Fazit
Wenn bei Ihrem Mandanten fachlich alles geklärt ist und es trotzdem nicht vorangeht, liegt die Ursache nach unserer Erfahrung meist im Fundament. Mit den Systemgesetzen erkennen Sie, wo es verletzt ist. Mit dem PowerCode und der Genea-Methode lassen sich die Verletzungen auflösen, und erst danach tragen Verträge und Strukturen. Diese Ebene ergänzt das, was Sie als Berater, Jurist, Coach oder Mediator ohnehin können.
FAQ: System Empowerer Fortbildung
Ich arbeite schon als Berater, Jurist, Coach oder Mediator. Lohnt sich die Fortbildung für mich?
Ja. Viele Teilnehmer bringen schon einen Beruf als Berater, Coach, Mediator oder Anwalt mit. Die Fortbildung ist so aufgebaut, dass Sie System Empowering in Ihren bestehenden Kontext integrieren: als zusätzliches Werkzeug in Beratungsmandaten, in der Mediation oder im Coaching von Unternehmern. Sie müssen nichts aufgeben, sondern erweitern Ihre Möglichkeiten.
Kann ich System Empowering direkt in meinen Mandaten einsetzen?
Ja. Die Fortbildung vermittelt ein vollwertiges methodisches Fundament, mit dem Sie professionell arbeiten können. Ein Teil der Teilnehmer erweitert damit sein bestehendes Angebot, etwa als Coach, Mediator oder Berater. Gleichzeitig ist der eigene Prozess ausdrücklich Teil des Weges.
In welchen Mandaten hilft mir die Fortbildung konkret?
Typische Einsatzfelder sind zum Beispiel:
Coaching von Unternehmern, Führungskräften und Teams bei Konflikten, Überlastung und Entscheidungsfragen.
Konfliktlösung bei Nachfolgen, Erbstreitigkeiten, Trennungen, Konflikten im Führungskreis oder in Familienunternehmen.
Begleitung von Veränderungsprozessen und Kulturentwicklung in Organisationen.
Arbeit mit Unternehmerpaaren und Unternehmerfamilien bei wiederkehrenden Konflikten und Loyalitätsfragen.
Wie Sie diese Felder nutzen, hängt von Ihrer bisherigen Rolle und Ihren Mandaten ab.
Was bringt mir die Fortbildung, wenn ich schon eine Coaching- oder Mediationsausbildung habe?
Klassische Ausbildungen legen den Schwerpunkt häufig auf Gesprächsführung, Fragetechniken, Ziele und Moderationsmethoden. In der System Empowerer Fortbildung kommt eine zusätzliche Tiefe hinzu: Sie arbeiten mit den Systemgesetzen, dem Hausmodell, dem PowerCode und der Genea-Methode und lernen, die erste Verletzung im Systemverlauf zu finden und aufzulösen. Das gibt Ihnen die Möglichkeit, auch dort weiterzukommen, wo andere Verfahren an Grenzen stoßen, weil die eigentlichen Ursachen nach unserer Erfahrung im Fundament liegen, auf der Systemgesetzebene.
Wie finde ich heraus, ob die Fortbildung zu meiner Arbeit passt?
Unsicherheit ist an dieser Stelle normal und oft ein gutes Zeichen dafür, dass Sie die Entscheidung ernst nehmen. Sinnvoll kann sein, vorab ein Live-Webinar zu besuchen oder ein Beratungsgespräch zur Fortbildung zu führen. Auf dieser Grundlage können Sie in Ruhe entscheiden, ob System Empowering zu Ihrer Arbeit und Ihren Mandaten passt.
Sie begleiten Unternehmer und kommen bei einem Mandat an eine Grenze? In der System Empowerer Fortbildung lernen Sie, die Ursache im Fundament zu erkennen und aufzulösen. Der nächste Durchgang startet am 28. Januar 2027.
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